Kunstgeschichte

Ausstellungsstücke aus dem Gebiet der Kunst (Kunsthandwerk, Malerei, Skulptur, Fotografik) befinden sich vor allem in Palastinnenräumen im ersten Stockwerk, das piano nobile bildet. Über den Schwerpunkt der nach ihrer Zerstreuung nach dem II. Weltkrieg allmählich zu ergänzenden Sammlungen entscheiden die architektonische Einrichtung und die mobile Ausstattung der Innenräume, die hauptsächlich aus der ersten Hälfte und und etwa Hälfte des XIX. Jahrhunderts stammen, als der Palast zum ersten Mal nach dem Ausbau des alten Gutshofes eingerichtet wurde. Sie sind in situ aus den Zeiten erhalten, als der Palast die Residenz Lubomirskis aus Przeworsk war.

Die Museumsinnenräume haben – gemäß ihrer historischen Funktion – Charakter Wohnappartements, Repräsentationsräume und Hilfsräume. Ihre historische Funktionen unterstreicht eine entsprechende Auswahl der Ausstellungsstücke. Eine wichtige Rolle spielen dabei alte Sammlungsinventare und Fotos der Innenräume aus dem Zeitraum vor dem I. Weltkrieg, Erinnerungen und Berichte der Verwandten sowie die Kenntnis der aus dem Palast in Przeworsk stammenden Exponate, die sich zur Zeit in den Sammlungen anderer Museen befinden. Die bis heute erhaltene Einrichtung der Innenräume bilden klassizistische Stukkaturen (manchmal haben sie Ergänzungen aus der Epoche der Neostile), Fenster- und Türrahmen mit stilvollen, dekorativen Zierbeschlägen und Schlossern aus vergoldeter Bronze, in Wandteilungen eingebaute Spiegel, an Plafonds angepasste Kronleuchter, Wandleuchten und Mosaikparkette.

Beim Sammeln der Ausstellungsstücke bevorzugt man Musealien mit einem Palastcharakter, im Stil des Klassizismus, im Empire- und Biedermeyerstil, die mit originellen Elementen der Ausstattung der Innenräume harmonisieren und den bescheidenen Bestand der nach der Familie Lubomirski aus Przeworsk übrig gebliebenen Gegenstände ergänzen. Zu den letzten gehören: Kommoden im Stil des Warschauer Herzogtums und im Biedermeyerstil, Kronleuchter und Wandleuchten im Empirestil, Kamine aus karrarischem Marmor, in Biscuitporzellan gehautes Kaminzubehör mit mythologischer Thematik, ein Sofa im Stil Ludwigs XVI., Apollo Belwederskis Gipsbüste, ein Porträt von Henryk Lubomirski in Uniform des Malteserritters (vier letzte Ausstellungsstücke gehören zu den durch das Museum für den Palast wiedergewonnenen Kunstwerken.)

Obwohl der Palast in der Epoche des Klassizismus errichtet wurde, war er Platz der Kultivierung künstlerischer Traditionen der früheren historischen Epochen und eine lebende sich an neue Kunstströmungen anpassende Residenz. Es gab hier sowohl die Gegenstände, die aus dem Zeitraum vor dem komplexen Umbau im Jahre 1800, im klassizistisch-vorromantischen Stil als auch Gegenstände aus der Periode der Neostile und sogar im Stil des aus dem zwanzigsten Jahrhundert stammenden Modernismus. Zu den ersten gehören: ein deutscher Spätrenaissanceschemel mit gehauter Rückenlehne mit einem Motiv der Pelikane und zwei barocke Schemel, aber auch historische Gegenstände, wie Spiegel in neobarocken Rahmen, eine neobarocke Bank oder ein Klavier mit Schmuckgehäuse aus dem Jahre 1865. Ausstellungsstücke aus diesem Zeitraum werden auch im Museum gesammelt, aber nur dann, wenn sie mit dem Hauptstil des Innenraums übereinstimmen. Sich von diesen Prämissen leiten lassend, sammelte man in sieben allen Besuchern zugänglichen Palastinnenräumen, die den Repräsentations- Wohn- und Hilfscharakter (die die Wohnräume ergänzen) haben, folgende Gruppen der Ausstellungsstücke:

Ein prächtiges Treppenhaus und ein Vorzimmer im ersten Stock: eine Reisetruhe, 3 Porträts österreichischer Kaiser aus der galizischen Epoche (XVIII.-XIX. Jh.), eine Garnitur gehaute Neorenaissanceschemel mit dem Adelswappen „Nałęcz” in Rückenlehnen und zwei große dekorative Panneaux mit der Turnierthematik – repräsentative, historisierende vom Matejkos Schüler – Franciszek Żmurka gemalte Gemälde. In einer in die Architektur des Treppenhaus eingebauten Vitrine wurde eine Ausstellung von Silberzeugen und Fayence eingerichtet, die sich auf die hier in historischen Zeiten, als seine Besitzer im Palast wohnten, bestehende Exposition vom Erbsilber bezieht.

Esszimmer: eine Möbelgarnitur im Biedermeyerstil, zwei Servanten und darin Sätze Tischporzellan (nicht vollständig) Österreich – Schlagenwald und England – Elbogen aus der II. Hälfte des XIX. Jahrhunderts und etwa aus dem Jahr 1900 und zwei Elemente eines Erbservices von Heryk Lubomirski – Wien 1807, an den Wänden Porzellanexemplare: Wien, Meißen, Korzec aus dem XVIII. Jahrhundert und der I. Hälfte des XIX. Jahrhunderts, sowie ein dekorativer, japanischer Teller (XIX. Jh.): auf kleinen Tischen Weinkannen, ein Kristallkelch mit dem Familienwappen „Drużyna” (einer verwandten Familie – Potulickis), große Schüssel zum Abkühlen von Gläsern – Petersburg XVII. Jh., eine Porzellanfruchtschale XIX. Jh., ein Perserteppich aus derselben Periode; ein in Glas eingerahmtes Bild – Guasch auf Papier: eine Landschaft mit einem antiken Tempel, sign. Burnat 1788.

Ballsaal: Hier dominiert eine Gruppe der Ausrüstung – Souvenirs von dem Geschlecht Lubomirski aus Przeworsk: ein Konzertklavier der Berliner Firma Bechstein aus dem Jahr 1865, ein Dreipersonensofa Ludwig XVI. Ein Satz der Wandleuchten im Biedermeyerstil, klassizistische Kronleuchter und ein solcher dreiteiliger Satz der Kaminskulpturen aus Biscuitporzellan mit der mythologischen Thematik, drei Wandspiegel in historisierenden vergoldeten Rahmen, eine zweischichtige Binsenjardiniere und ein Porträt der Familie Lubomirski auf Pferden mit dem Park in Przeworsk im Hintergrund aus dem Jahr 1910, gemalt von Zygmunt Rozwadowski. All das ergänzen spätere Einkäufe des Museums: ein Paar Porträts einer Dame mit rosa Frauenhaube und eines Offiziers der Armee der Epoche des Warschauer Herzogtums, sign. “Kokular pinx. 1830” (auf dem Porträt der Dame), ein Porträt einer Frau – Biedermeyer und des Grafen Rozwadowski in Uniform eines Offiziers der Armee des Warschauer Herzogtums, Ölgemälden auf Leinen aus der I. Hälfte des XIX. Jahrhunderts, ein Spiegel in Neorenaissancerahmen und eine Wanduhr (Empire) sowie eine Möbelgarnitur: ein Sofa, ein kleiner Tisch und drei Stühle Ludwig Philip, eine aus sechs Stühlen, einem kleinen Sofa und einem Sessel im Stil Ludwigs XVI. bestehende Garnitur.

Rosa Salon: Er wird auch Spiegelsalon genannt. Aus Lubomirskis Epoche sind hier Fryderyk Baumans klassizistische Stukkaturen aus der ersten Dekade des XIX. Jahrhunderts mit Ergänzungen von Antoni Bauman im Stil Neorokoko, ein klassizistischer Kronleuchter, ein Kamin aus weißem karrarischem Marmor mit einem zarten Relief mit Girlandenmotive erhalten geblieben. Von der Ausstattung befindet sich hier eine intarsierte Kommode mit Beschlägen mit den Motiven der Reiterei des Warschauer Herzogtums und vier in die Wand eingebaute Spiegel. Die vom Museum erstandenen Exponate, die sich hier befinden knüpfen an den allgemeinen Stil des Inneren an. Es sind: eine Kaminuhr im Stil Ludwigs XVI. Wiener Firma von Fritz Richter, zwei Rokokosesseln etwa aus der I. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, ein Ölporträt (im Empirestil) von Frau Amalia Skrzynecka (der Ehefrau vom General Skrzynecki) geb. Skrzyńska, Besitzerin einer Residenz in Krasne bei Rzeszów, eine mit Gobelin á la Aubisson beschlagene Polstergarnitur (vier Sessel und ein Sofa), eine Servante mit Tischsilber und Schalen aus dem XIX. Jahrhundert (hauptsächlich im klassizistischen Stil und im Neorokokostil), eine einachsige Eckservante mit Kleinigkeiten aus Porzellan und Fayence, darunter eine kleine Porzellankutsche (Deutschland 1859), eine Gießkanne – ein Neurokokospielzeug (Deutschland IV. Vierteljahrhundert des XIX. Jahrhunderts, eine Zuckerdose (Chinoserie XIX. Jh.). Bemerkenswert sind auch zwei Platejardinieren (die eine ist ein schöner, vornehmer Exemplar des Jugendstils) und ein kleiner türkischer Teppich aus dem XIX. Jahrhundert. Eine Ergänzung dieser Ausstellung ist ein in Verwahrung gegebenes Hausklavier der Firma Petroff aus dem Anfang des XX. Jahrhunderts.

In weiterer Folge besichtigt man: ein Boudoir der Fürstin, ein Arbeitszimmer des Fürsten, ein Schlafzimmer, eine Garderobe sowie ein Anrichtezimmer, das auch eine Handküche genannt wurde, wo es äußerst interessante und originelle Küchenschränke und repräsentative Vitrinen für Tischporzellan gibt.

© Muzeum w Przeworsku Zespół Pałacowo-Parkowy